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Eine gute Choreographie begeistert viele Menschen


ChoreographieAls Choreographie bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch eine zielgerichtet und nach spezifischen Strukturvorgaben einstudierte Tanz- oder Bewegungsfigur aus zumeist mehreren Tänzern, Schauspielern oder Statisten. Sie findet vor allem in Tanzvorführungen, Bühnenstücken sowie Filmen Verwendung und ist heute ein wichtiger Teil sowohl des Musiktheaters als auch von Performances im Popbereich. Das Wort ist entlehnt von den altgriechischen Wörtern χορός (für Tanz) und γράφειν (für schreiben) und findet heute in vielfältigen Bereichen Verwendung.

Gute Choreographien profitieren von Tanzritualen


Schon zu allen Zeiten der zivilisierten Menschheiten waren Tanzrituale ein wichtiger und unverzichtbarer Teil des kulturellen Lebens. Schon vorsteinzeitliche Stämme bauten nachweislich Tänze in ihre Opfer- und Betzeremonien ein, sei es, um die Götter zu besänftigen, mit ihnen in Kontakt zu treten oder sie um Nachsicht zu bitten, besseres Wetter herbeizurufen und vieles mehr. Eine gewisse Struktur spielte bei diesen Tänzen schnell eine Rolle, es sollte nicht einfach wild seinem Bewegungsdrang Ausdruck gegeben werden, sondern es sollte ein bestimmtes Muster, ein gewisses Schema in den Bewegungen der Tänzer zu sehen sein. Dies lässt sich an vorantiken Darstellungen von spirituellen Tanzritualen schon deutlich erkennen. In Laufe der folgenden Jahrhunderten wurden in nahezu allen Kulturen der Welt diverse und zum Teil höchst unterschiedliche Choreographien zu verschiedensten entwickelt, nicht nur im spirituellen und religiösen Bereich, auch zunehmend zur höfischen Unterhaltung oder auch als Freizeitbeschäftigung der einfacheren Leute, der Bauern, Handwerker und Tagelöhner.

Wie haben sich Choreographien genau entwickelt?


Mit der Entwicklung des Musiktheaters, speziell der Oper und des Ballets, kam die Choreographie zu einem neuen Stellenwert. Die Tanzstrukturen dienten nun nicht mehr der reinen Unterhaltung, sondern sollten gewissen ästhetischen Vorstellungen der inszenierenden Regisseure gerecht werden. Die Choreographie wurde also zum Kunstwerk, zum Vehikel des künstlerischen Ausdrucks seiner Zeit. Gerade zur Hochzeit der italienischen Oper im 18. Jahrhundert wurden die Inszenierungen an den Opernhäusern und Theatern immer prächtiger und opulenter, Choreographien mit mehreren Dutzenden an Schauspielern waren keine Seltenheit mehr. Mit der Blütezeit des Balletts im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Romantik, wurden die tänzerischen Strukturen dann zunehmend filigraner und subtiler, und die Anforderungen an die Tänzer wuchsen.